Mut zur Wertschätzung!
Gesellschaft zukunftsfähig machen.

80 Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, zwei inspirierende Tage an der Spree, eine Frage: Welche Chancen ergeben sich für unsere Gesellschaft, wenn wir wertschätzend handeln? Es bleiben viele Eindrücke: die Rede von Franz Müntefering, der aus persönlicher Erfahrung heraus sein Verständnis von Wertschätzung darlegte, der Vortrag von Prof. Andreas Suchanek, der den Zuhörerinnen und Zuhörern die Augen dafür öffnete, dass Wertschätzung Kunst und Anstrengung zugleich ist oder die bewegenden Geschichten aus den Projekten, die durch wertschätzendes Handeln so viel bewegen.

„Politik ist angewandte Liebe zur Welt“

Das Zitat von Hannah Arendt bringt die Haltung von Franz Müntefering auf den Punkt: Für ihn ist Wertschätzung nicht mehr und nicht weniger als ein Modus, in dem er sich bewegt, ein Maßstab der Orientierung, Grundlage für seine Entscheidungen. Dabei hat Wertschätzung viel damit zu tun, was unsere Demokratie ausmacht: „Jedes Kreuz ist gleich viel wert.“ Für Müntefering heißt Wertschätzung sich „mögen“, sich ernst nehmen – sehr nah am Wert der menschlichen Solidarität. Und dann macht Wertschätzung erst Streit möglich. „Widerspruch und Streit sind die Grundlagen der Demokratie.Wertschätzung heißt auch sagen zu können: „Das schätze ich nicht.“ Wertschätzung zieht sich gleich einem roten Faden als Haltung durch die politischen Anliegen von Franz Müntefering: Wie gelingt Wertschätzung zwischen den Generationen? Was können wir tun gegen die größte Krankheit, die Einsamkeit im Alter? Wie schaffen wir eine wertschätzende Arbeitswelt (faire Bezahlung, Wertschätzung „einfacher“ Berufe)? Was heißt Wertschätzung in der globalen Perspektive (Solidarität weltweit)? Am Ende zieht Müntefering, ein passionierter Fußballfan und -spieler, den Vergleich zum Spiel mit dem Ball. Auch im Fußball ist Wertschätzung Grundlage für den Teamerfolg.

Franz Müntefering, Bundesminister a.D.

„Wertschätzung ist eine Frage der Haltung, des Stils und guten Verhaltens – aus nationaler und vor allem globaler Perspektive betrachtet brauchen wir aber mehr als gute Vorbilder. Hier brauchen wir ambitionierte Leitplanken und gesetzliche Grundlagen für Wertschätzung, damit fortschrittliche Standards, die wir z.B. in Deutschland oder in Europa haben, überall auf der Welt verankert werden. Und zwar soziale und ökologische Standards, die nicht nur in Schönwetter-Zeiten greifen, sondern gerade in schlechten, unsicheren Zeiten Verlässlichkeit bieten.“

Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch und Vorsitzender der Stiftung Zukunftsfähigkeit

„Wertschätzung bedeutet, dass man ehrlich zueinander ist und auch Schwierigkeiten gemeinsam meistert. Gerade in Krisenzeiten ist Wertschätzung im Unternehmen ein wichtiger Wert, aber auch besonders schwierig umzusetzen. Wir sind stark gewachsen und tragen nun die Verantwortung für eine große Belegschaft, wir können nicht einfach zurückfahren, wir brauchen neue Strategien, um in einer veränderten Einzelhandelslandschaft zu bestehen, in der Kunden Beratungsleistung oft nicht mehr wertschätzen, sondern ihren abschließenden Kauf im Internet tätigen. Und all das ohne unsere Ideale aufzugeben, z.B. Mitarbeiter immer als Reisegefährten zu betrachten.“

Klaus Denart, Gründer von Globetrotter, Vorsitzender der Globetrotter-Stiftung

Gesundheit: Wertschätzende Pflege

„Wertschätzung beginnt mit aufmerksamer, wohlwollender Wahrnehmung. Der wertschätzende Blick ist immer parteiisch, denn er steht auf der Seite des Wertes, den jeder Mensch in sich trägt. Mein Traum ist es, dass jeder, der in unseren Einrichtungen ist – als Patient, Klient, Bewohner oder Mitarbeiter – dort ohne Angst sein kann, geborgen und fair behandelt. Wertschätzung zeigt sich in unseren Kontexten dann, wenn Angst keinen Raum hat.“

Dr. Peter-Felix Ruelius, Leiter der Stabsstelle Ethik der Zentrale der BBT-Gruppe

Zivilgesellschaft: Wertschätzung im Alltag

„In unserer Arbeit mit Eltern in besonders belastenden Lebenslagen wollen wir diesen ermöglichen, ihr Elternsein selbstbewusster und -bestimmter zu erleben. Das gelingt nur, wenn wir mit ihnen und miteinander wertschätzend umgehen, wenn wir sie in ihren Fähigkeiten bestärken, damit sie die Kompetenzen, die sie schon haben, weiterentwickeln. Wir fokussieren dabei auf das Positive und geben Anerkennung. Diese wertschätzende Haltung übertragen die Eltern dann auch auf ihre Kinder. Wichtig ist: unsere Wertschätzung kommt aus dem Inneren, aus dem Herzen und sie bezieht sich auf Konkretes, auf konkret erlebte Situationen und Beispiele, sie bleibt nicht oberflächlich. So bewirkt Wertschätzung wahre Wunder.“

Wencke Thiemann, Bildungs- und Qualitätsmanagement Eltern AG-Magdeburg

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